(TG) BERMSGRÜN: Der Innenhof der Gemeindestraße 1 in Bermsgrün: Was einst das Zuhause des ortsbekannten Schnitzers Harry Schmidt war, ist nun ein einprägsamer Schauplatz des Dorflebens. Sein Sohn Andreas Schmidt führt das Gelände mit dem Ziel weiter, das kulturelle Leben zu erhalten und neu zu beleben. Federführend in dieser Strukturierung ist der Verein Landspuren e.V.
Ein Baustein dieses Engagements war das Familienfrühlingsfest von Samstag, dem 11. April 2026. Eine ähnliche Veranstaltung fand bereits vor zwei Jahren das erste Mal statt. Die damals positive Resonanz der Besucher war Anlass genug, das Fest nun erneut auf die Beine zu stellen. Und das mit weiterhin wachsenden Ideen für die Zukunft. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Kinder. Die anwesenden Vereine stellten für die Kleinen und Großen Geschicklichkeitsspiele, Bastelangebote und Mitmachaktionen an. Ob das Süßigkeiten-Katapult der Landeskirchlichen Gemeinschaft oder das Stockbrot am Feuer der Pfadfinder, die Bermsgrüner Vereine gestalteten gemeinsam ein vielfältiges Programm. Auch die Jugendfeuerwehr war vertreten und sorgte mit spielerischen Aktionen, wie dem Zielspritzen und dem Schlauchkegeln, für Begeisterung. Der Verein Landspuren e.V. Diente hierbei als Brücke zwischen den Stationen, die für das leibliche Wohl aller Anwesenden sorgte.
Neben Spiel und Spaß stand für Andreas Schmidt vor allem eins im Vordergrund: die Pflege des Brauchtums und des Miteinanders im Ort. So meinte Schmidt: "Die Vereine verorten und verbinden auch die Menschen. Ob das Kinder sind, Erwachsene oder Ältere und das finde ich sehr gut, weil Vereine gibt es ja schon seit Jahrhunderten. Und es ist schön, wenn sich Kinder, Jugendliche wieder in Vereinen vielleicht zusammenfinden. Gerade die Jugendfeuerwehr oder auch die christlichen Pfadfinder, da sind viele Kinderund Jugendliche dabei, die viel Spaß haben, die viel an der frischen Luft sind, die sich ausprobieren, die üben, die machen, den Teamgeist entwickeln."
Auch die beteiligten Vereine selbst erlebten das Fest als verbindendes Element. So reflektierte Michael Preiß die Verbindung zwischen Menschen. Michael Preiß: "Für mich sind die Feste immer sehr konstruktiv, weil man auf Augenhöhe mit den Leuten unterwegs ist. Wir verstehen uns gut, haben auch gelernt, verschiedene Streitpunkte vielleicht auszublenden und freuen uns auf das, was gemeinsam möglich ist. Und deshalb machen wir es gerne mit und haben auch oft einen privaten Draht zueinander im Dorf. Es ist der dörfliche Charakter der uns sehr am Herzen liegt. Nicht, dass Feste immer irgendwo zentral sind, sondern dass sie auch dort stattfinden, wo das Dorfleben ist."
Gemeinschaft erleben und miteinander ins Gespräch kommen, genau das rückte beim Familien-Frühlingsfest in den Mittelpunkt. Auch Oberbürgermeister Ruben Gehart ließ es sich nicht nehmen, vorbeizuschauen. Mit familiären Wurzeln in Bermsgrün kennt er das Dorfleben aus eigener Erfahrung. "Es ist die DNA eines Dorfes, dass das Vereinsleben dazugehört. Dass man sich dort trifft und, wie man im Erzgebirge sagt, zusammen "hutzen ka". Das ist auch etwas Herrliches was hier angeboten wird.", so der Oberbürgermeister.
Ein kleines Fest mit großer Bedeutung für das Miteinander im Dorf. Genau hier zeigt sich, dass Menschen, die zusammenkommen, gemeinsam am meisten bewegen können.
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