(MT) ZSCHORLAU: Vor den Toren Zschorlau stößt man auf einen aus der Landschaft herausragenden einstigen Förderturm ein Relikt erzgebirgischer Bergbaugeschichte. Das weithin sichtbaren Bauwerk aus Stahl war Teil der Fundgrube Türk im Schneeberger Bergrevier. Der weiß glitzernde Schnee im Januar 2026 ist ein guter Kontrast zum schwarzen Turm. Spuren im Schnee führen unter dem Förderturm hindurch und verraten, dass dieser Platz gern von Ausflüglern aufgesucht wird.
Drei Monate später ist der Schnee rund um das einstige Fördergerüst verschwunden. Augenscheinlich geblieben sind die illegalen Graffiti: die Buchstaben BSG am Betonfundament und die roten Herzen am stählernen Bauwerk. Zumindest letztere passen zum Frühling.
Die Sträucher neben dem Turm nutzen gespeicherte Energie aus dem Winter sowie das Wasser und die Nährstoffe aus dem Boden, um schnell zu wachsen. Die Wärme des Aprils reicht aus, dass die Pflanzen ihre Knospen austreiben. Daraus entstehen frische Blätter und junge Triebe.
Die Fundgrube Türk war ein über Jahrhunderte in Betrieb befindliches Bergwerk. Wir wollen nicht so viel Zeit verstreichen lassen und spätestens im Sommer hierher zurückkehren, um zu sehen, wie sich der Anblick verändert hat.
Mitte Juli wuchert das Grün üppig rund um den Förderturm. Blühende Blumen und Wiesenkräuter verleihen dem Schachtgelände den ein oder anderen Farbtupfer. Der Türkschacht in Zschorlau wurde im 18. Jahrhundert für den Abbau von Erzen angelegt und gehört zur langen Bergbautradition des Ortes. Im Laufe der Zeit wurden dort vor allem Zinn-, Silber- und Kobalterze erkundet oder gefördert, je nach Lagerstätte und Epoche. Heute ist der Türkschacht mit dem weithin sichtbaren Förderturm ein wichtiges Zeugnis der Montangeschichte des Erzgebirges und ist für Wanderer, Heimatfreunde und Geschichtsinteressierte ein interessanter Ort.
Der Sommer ist vorüber. Im Oktober sind wir wieder am Türkschacht und bemerken, wie sich die Vegetation verändert hat. Die Hagebutte setzt als typische Herbstfrucht ihren Farbtupfer in die Natur. Und auch die Blätter der Laubbäume verlieren ihr grün, werden Gelb, orange, rot oder braun. Es wird nicht mehr lange dauern, bis sie zu Boden fallen.
Noch einmal werden wir im Dezember an den Türkschacht zurückkehren. Vielleicht liegt auf den Feldern dann bereits Schnee. (Bildquelle: erzTV/Oliver Taubmann)
weniger